Sonntag, 5. August 2012

Meinen Vater, den mag ich richtig gern. Schon immer. Wir hatten niemals Streit. Und wir haben von Kindesbeinen an bis Heute noch nie über meine Empfindungen, Erlebnisse, Ängste und Gedanken gesprochen.

Meine Mutter, die mochte ich manchmal richtig gern. Als Kind schon eher, später gar nicht mehr. Mittlerweile geht es (?). Wir hatten oft Streit. Und wir haben von Kindesbeinen an bis Heute noch nie über meine Empfindungen, Erlebnisse, Ängste und Gedanken gesprochen.

`Meinen Vater mag ich richtig gern, aber wirklich mit ihm reden, was in mir vorgeht, über die schlimmen Geschehnisse/Empfindungen der Kindheit,Vergangenheit und Gegenwart? Das konnte ich noch nie, er hört nicht zu und versteht es nicht. Ja und meiner Mutter, der konnte ich mich ohnehin noch nie anvertrauen.`

Und auf einmal wundert es nicht mehr, daß ich als Kind zusammen mit meinen Stofftieren sprach und wir ein gemeinsames Tagebuch führten. Ich mit ihnen (und irgendwann mit meiner selbst Briefe schrieb), da sie für mich reale Wesen mit realen Gefühlen waren. Es wundert (teilweise) nicht mehr der Ursprung der Anderen unserer Nage.getiergruppe. Und auf einmal wundert es nicht mehr, warum ich bis Heute nicht über mein Innerstes sprechen kann. Und es wundert auch nicht mehr, warum als Kind die Verhaltensauffälligkeiten eher im Geheimen geschahen oder schlicht und ergreifend ignoriert/übersehen wurden. Die perfekte Fassade hätte Risse bekommen können (die vielleicht zu kitten gewesen wären - aber als nach Jahrzehnten alles urplötzlich einbrach, da sich im Geheimen die Bausubstanz Jahr zu Jahr verschlechterte, war nichts mehr zu machen). Das Käfigschloss ist verrostet und wird sich vermutlich niemals wieder öffnen lassen.


1 Kommentar:

  1. Hey,

    ich weiß nicht,ob es irgendwann zu spät ist für Gespräche mit Eltern.Ich hab jetzt ein Gespräch mit meiner Mutter gehabt,es ging über Stunden,ich bin 26 Jahre alt und hab es nicht mehr für möglich gehalten.
    Man sollte die Hoffnung nicht zu früh aufgeben.
    Ich kenn das gut mit so Mutter-Vater-Sachen.Ich war immer Papa-Kind-bis-zu-seinem-Tod.

    Ich soll übrigens schöne Grüße von Wittgenstein,Schopenhauer und Frau Arendt ausrichten,die drei haben sich sehr über die Geburtstagswünsche im Juli gefreut.

    Liebe Grüße Charlotte

    AntwortenLöschen