Das Gute an einer durchkotztenübergebenen Nacht ohne Schlaf ist, daß man am nächsten Morgen telefonisch alle Termine absagen kann, da man sich wirklich krank anhört.
Eigentlich wollte ich auf den Anrufbeantworter sprechen, doch die Praxis ist tatsächlich schon zwei Stunden vor den eigentlichen Öffnungszeiten besetzt. Zwangsläufig musste ich deshalb telefonieren und bin entgegen aller Erwartungen dabei nicht gestorben.
Ich laufe. Schon wieder. Immer noch. Und mein Kopf macht mir gerade ganz böse Schmerzen.
Mein Blog. Ich darf mich hier in mein Selbstmitleid verkriechen.
Erinnerungen. Nicht gut. Außerdem Feststellung: Ich werde niemals zufrieden sein. Denn egal, in welche Richtung es läuft, ich möchte immer gegenteilig laufen. Habe ich die gegenüberliegende Seite erreicht, wünsche ich mich sehnlichst auf die andere Seite zurück. Ist diese erreicht, geht das ganze Spiel von vorne los. Von meinen derzeitigen Lebensumständen her, ging es mir lange (niemals?) sogut wie jetzt, doch ich kann es weder annehmen, noch sehen.
`Dazu müssen sie aber einfach einmal loslassen, Frau Nage.getier`. Wer lässt schon gerne los, wenn er sooft los(ver)gelassen wurde und in seinen Störungen das Rettungsboot findet, daß ihn über Wasser hält? Was, wenn das Rettungsboot ein Leck hat, das man nicht bemerkt? Was, wenn man Angst hat (real) vor den schwarzen Tiefen des Meeres unter einem? Was, wenn man weiß, daß sich am Grund eine wundervolle Tier- und Pflanzenwelt befindet, aber man Angst (real) vor dem Tauchen hat?
Man schwimmt irgendwann an der Oberfläche (lebendig - tot). Doch auch als gesunkene Wasserleiche wird man die Schönheit dieser fremden Welten nicht mehr sehen können.

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