Zunahme. Klar. Wenn man alles doppelt und dreifach verbrennt, was man an Kalorien zu sich nimmt, nimmt man zu. Sicherlich. Mag es an Muskeln liegen, an eingelagertem Wasser (ich trank gestern unbewusst fast 6 Liter, was mir heute an den leeren Pfandflaschen auffiel), an Tabletten. Es ist und bleibt eine gottverfickte Dreckszunahme.
Aber lieber Körper, ich werde auch heute wieder laufen. Und laufen und laufen und laufen. Aerobicübungen sind schon gemacht.
Mein Exfreund ist doch nicht so falsch, wie ich denke. Denke ich. Ich bin falsch, denn Sie glaubt, ich würde es wollen. Innerlich. Veränderung, Sie glaubt, ich würde kämpfen. Ja, ich kämpfe. Aber in die andere Richtung. Ich ertrage diese Weiblichkeit nicht. Kein Stück, denn sie entspricht mir nicht. Kein Stück. Ein kleines Stück, aber nicht Stück genug, um sie beizubehalten.
Seit über einer Woche glaube ich, kotze ich wieder nicht mehr. Ich fresse und kotze nicht mehr. Von Februar 2011 (Beginn der stationären Therapie) bis ungf. März 2012 fraß und kotzte ich gar nicht. Ich lief. Dann nahm ich Tabletten. Dann nahm ich außer meiner Kontrolle liegend zu. Dann kotzte ich. Dann fraß ich und kotzte und fraß und lief und kotzte. Sagen wir lieber, ich übergab` das Essen der Kanalisation. Kotzen, das Wort mag ich nicht.
Das Schneiden habe ich niemals aufgegeben. Während der Klinik nicht, danach nicht. Ich will und werde es nicht aufgeben. Genausowenig, wie ich mittlerweile die Essstörung aufgeben will und werde. Es ist so, meistens. Und ich werde auch meinen immer noch letzten Ausweg nicht aufgeben. Wenn das Weglaufen nicht zeitig funktionieren sollte. Ich will soviel und doch will ich gar nichts.
Am Freitag Therapie. Ich will nicht. Nicht nach Innen blicken, mich mit dem beschäftigen, was in mir lebt. Nicht nach Außen blicken, mich mit dem beschäftigen, was um mich lebte/durch mich nicht mehr lebte/nicht durch mich nicht mehr bei mir lebte/nicht mehr um mich lebt.
Heute Morgen eine wundervolle SMS von einer wundervollen Person, die es auch ehrlich mit ihrer Nage.getierliebe meint. Meine Liebste, ich denke an dich. Immer.
(Fast) Alle meinen es ehrlich mit mir. Nur ich selbst nicht. Weder mit dem Selbst, noch mit meinen Mitmenschen.
17:09
Es wird sich räumlich vergrößert. Und `mein` Hund wird bald für mind. 4 Tage die Woche bei mir einziehen. Schön. Ich spüre innerlich keine Freude, aber Kopf sagt: Schön. Es ist schön. Punkt.
Keine Freude, nicht des Hundes wegen. Keine Freude, weil ich zur Zeit gar nichts fühle. Absolut rein gar nichts.
Frau R. (meine Betreuerin) wird nicht begeistert sein. Nicht des Hundes wegen, Sie liebt den Hund. Genauso wie ich ihn irgendwo tief in mir drin liebe. Wegen der räumlichen Vergrößerung in der alten-neuen Hölle. Aber meine wundervollen, vier Meerschweinchen und ein großer, spanischer Mischling in einem Raum? Nein. Und letztendlich geht es ihr nicht um die Vergrößerung. Es geht ihr um das allgemeine Leben ind der alten-neuen Hölle. Ich will hier nicht weg. Ich bin (auch wenn es vielleicht nicht förderlich ist) hier angekommen. Da ist nicht die Kraft, nochmal neu aufzubrechen. Vielleicht deshalb auch kein Kämpfen mehr.
Herzlich Willkommen zurück, Selbstmitleid.
Und dass ich gar nichts fühle, das stimmt so auch nicht. Ich bin gerade absolut selig darüber, wie meine wundervollen vier Meerschweinchen ihr Heu mümmeln und eines quiekend vor Freude Luftsprünge macht.
Und dass der Kopf zum Hundeeinzug nur `schön` sagt, das stimmt so auch nicht. Er sagt, freu`dich verdammt nochmal, es ist das, was Du dir immer so sehr gewünscht hast! Er sagt, f**k, noch mehr Zeit, die verloren geht. F**k, die ganzen Zwangsrituale, die tagtäglich ihren Ablauf finden, werden zwangsläufig durcheinander geraten.
Und Durcheinander ist immer nochetwas, was ich nicht aushalte.
Freu` dich, verdammt nochmal! Es ist dein geliebter Hund!
Herzlich willkommen zurück, Selbstmitleid.