Montag, 30. Juli 2012

Ein Tag, der in die Geschichte der Nage.getiergruppe eingehen wird. Das Nage.getier hat sich erlaubt, zu frühstücken. Kein Fressgelage, kein Erbrechen, nein. Bewusst gefrühstückt, weil das Nage.getier es versuchen möchte. Mit der Selbstakzeptanz, dem würdigen Umgang mit der Vergangenheit und dem daraus folgendem, würdigen Umgang mit dem körperlichen Selbst. 
Und nein. Kein Krümel Brötchen, oder ein kleines Eckchen Toast. Zwei Brötchen mit Biokäse und Bionutella. Davor, währenddessen, danach natürlich Sport. Insgesamt über vier Stunden. Aber dennoch, das Nage.getier hat gefrühstückt. Und wird heute versuchen, der negativen Energiebilanz zu entfliehen. 

Mein geheiligtes Auto muss in die Werkstatt. Ohne mein Auto lebe ich nicht. Mein Auto ist mein Sicherheitskasten, der mich vor der bösen Welt dadraußen beschützt. Mein Sicherheitskasten, in dem ich im Außen lebe. Meine Betreuerin wird Heute oder Morgen mit mir und meinem geheiligten Auto in die Werkstatt fahren. Dort lassen werde ich es nicht. Denn ohne mein Auto lebe ich nicht. 

Und ja, ich habe gefrühstückt, obwohl ich heute nocheinmal meine geheiligte Wohnung verlasse. Ich verlasse niemals mit Nahrung im Magen das Haus. Und heute erlaube ich es mir, anstatt zu kotzen oder mich als Strafe (für das Essen und/oder die Vergangenheit) aufzuschlitzen.

Am Bein ist eine gute Entzündung im Gang. Es tut nicht weh, sieht nur eklig aus. Irgendwie.  
Das Nage.getier hat gefrühstückt. Irgendwie. 


Sonntag, 29. Juli 2012

Rammstein - Feuer frei

Gefährlich ist, wer Schmerzen kennt
Vom Feuer, das den Geist verbrennt
Gefährlich das gebrannte Kind
Mit Feuer, das vom Leben trennt

Dein Glück
Ist nicht mein Glück
Ist mein Unglück

Samstag, 28. Juli 2012

Wie verloren ich in der Einfahrt stand. Meine große Kiste mit meinen wundervollen Meerschweinchen in den Händen. Wie verloren Du mich von oben bis unten ansahst und mich traurig, mit einer Prise Mitleid fragtest: `Hast du wieder abgenommen?`.
Ich fragte mich, wie Du darauf kommen konntest. Bis ich mich selbst vor den Spiegel stellte und sah, wie schlabbrig die eigentlich enge Hose an den Beinen saß. Erkannte, wie schlabbrig das eigentlich für meine Größe zu kleine Oberteil über den Knochen meines Brustkorbs hing. Wie knochige, vernarbte Hände aus den Ärmeln meines schwarzen Reißverschlusskapuzensweatshirts ragten.
Ich zog mich aus. Komplett. Stellte mich erneut vor den Spiegel und konnte nicht glauben, wie unglaublich fett ich aussah.

Ich vermisse dich. Ganz einfach. Ich liebe dich noch und ich vermisse dich. Selbsthass? 

Die neue Tierarztpartnerin meiner geliebten Stammtierärztin ist eine unsensible, unfähige Frau. Hass.

Es ist unglaublich dämlich, sich das Bein aufzuschlitzen, welches man doch tagtäglich für seinen Laufsport benötigt. Selbsthass.

Nicht mein Bild.

Freitag, 27. Juli 2012

Böhse Onkelz - Das Messer und die Wunde

Du hast getötet
Doch bereust du deine Tat?
Du hast gelogen
Doch quält es dich im Schlaf?
Alles, was du tust, kommt irgendwann auf dich zurück
Vielleicht wirst du verschont, vielleicht verrückt

Ich finde keinen (würdigen) Umgang mit der Vergangenheit.


Donnerstag, 26. Juli 2012

Derzeit sind viele Gefühle im Spiel. So gegensetzlich, aber immerhin bedenke ich sie mittlerweile. Ich fühle mich so seltsam erwachsen. Solang` darauf gewartet und nun fühle ich mich tatsächlich einmal erwachsen.

Da ist Interesse an jemand, was vermutlich spätestens nächste Woche wieder in totalen Ekel umschlagen wird. Aber, was mir wirklich zu denken gab, daß ich dachte `Nee, komm`, der ist doch bestimmt schon weit über dreißig. Viel zu alt für dich. Sag mal, ich/du werde/wirst ja auch bald dreißig. Ach` du scheiße...`. Nicht dieses Jahr. Nicht nächstes Jahr. Bald, eben nicht mehr in ein paar Jahren, sondern bald. Sagen wir so, der Körper wird bald dreißig werden. Mit dem Geist sieht es anders aus, doch das sieht das Umfeld nicht. 

Eine witzige Situation, die mir dazu gerade einfällt. Vor kurzer Zeit war ich in der Apotheke, um meine Antidepressiva abzuholen (die ich mittlerweile eigenständig wieder abgesetzt habe. Grund: Ich kann sie erst Nachts nehmen, da mich sonst der Heißhunger überfällt. Allerdings komme ich dann Morgens gar nicht mehr aus dem Bett und verschlafe wertvolle Sportzeit. Gefühlsmäßig haben sie im Übrigen keine `Erleuchtung` gebracht, weshalb ich sie auch (wieder) ganz weglassen kann. Mittlerweile klappte das eigenmächtige Absetzen sogar fast ohne Entzugserscheinungen. Natürlich ausgeschlichen, aber längst nicht solang, wie vorgesehen). Zum eigentlichen Thema zurück. Ich stand  in der Apotheke, gebe das Rezept ab und werde nach meinem Personalausweis gefragt. Ich: `?`. Sie: `Wir müssen sicherstellen, daß Sie älter als 16 sind`. Ich gebe ihr meinen Personalausweis. Sie: `Oh, OH, äh, in Ordnung`. Ich: `?`. 

Also sieht es das Umfeld ja doch irgendwie, daß Geist und Körper manchmal einfach nicht zusammen passen.

Bezüglich meines Exfreundes laufen die Gefühle im typischen Borderline-Klischee-Muster. Liebe. Hass. Liebe. Hass. Liebe. Selbsthass. Fremdliebe.

 

Mittwoch, 25. Juli 2012

Ich hasse mich dafür, dich zu vermissen. Nicht ihn, dich. Ehemalige Seelenverwandte. Ich hasse dich für deinen Umgang mit mir, ich hasse mich für meinen Umgang mit dir. Ich hasse mich für den Hass. Auch, wenn Du es nicht glauben magst, ich vermisse dich noch immer. Noch immer warte ich auf eine Antwort von dir. Ein kleines Lebenszeichen, eine Richtung, irgendetwas. Es wird nichts kommen, was mir durchaus bewusst ist. Besonders, solltest Du irgendwann oder jetzt diese Zeilen lesen. Und ja, vielleicht mag es besser sein. Für dich. Für mich. Für uns. Es interessiert mich nicht. Ich vermisse dich. Ich hasse mich.

Es wird nicht mehr gegessen und das Innere danach der Kanalisation übergeben. Seit ein paar Tagen. Ungefähr. Geschnitten wird auch seltener. Außerdem, wenn N. Freilauf hat, wird ohnehin kaum/nicht selbstgeschädigt. Jedenfalls nicht bewusst öffentlich.

Der Kreislauf läuft seit zwei Tagen nicht mehr richtig. Dafür ich umso länger. Stunde um Stunde um Stunde um Stunde. Pause. Und Stunde um Stunde. Manchmal nochmal um Stunde.

Es ist seltsam, Menschen ohne Narben zu sehen. Ja, es gab Freilauf an Badeseen und Einkaufscenter. Dort lief sie, die Allgemeinheit. Ob dick oder dünn, leicht bekleidet, manchmal nackt. Keine Narben. Sehr seltsam. Noch seltsamer die Blicke der seltsam Unverletzten, als ich meine Pulloverärmel hochkrempelte, da es auch einem Nage.getier irgendwann zu warm draußen wird. 

Ich sollte meiner Betreuerin langsam die Wahrheit sagen, in vielerlei Hinsicht. 

Eine meiner ehemaligen Seelenverwandten (nein, nicht Du), hat sich verändert. Macht es das leichter? Sie ist nicht mehr Sie, wie Sie früher einmal war. Das bin ich auch nicht, aber ein Teil meiner selbst lebt noch in dieser Zeit. Und versteht es nicht. Macht es das leichter? 
 
Der Körper kann langsam nicht mehr. Dabei bin ich doch noch längst nicht am gewichtstechnischen (Todes)ziel angekommen. Und eigentlich würde N. gerne leben, zumindest oberflächlich. Und eigentlich weiß ich selbst nicht(s) mehr.


Sonntag, 22. Juli 2012

N. hat Freilauf. N. gehört hier nicht hin. Deshalb ist es hier (kurzfristig) still.

Freitag, 20. Juli 2012

Warum ist dort Erinnerung in meinem Kopf, die nicht die meine ist? Und was mache ich mit dieser Erinnerung? 

Zeit heilt (äußerliche) Wunden, aber keine Schuld (gefühle/gedanken).

T. ist verschwunden. Das ist nicht gut. Gar nicht gut. Ist er verschwunden, oder habe ich ihn verloren? Gewollt oder ungewollt, es ist nicht gut, daß er verschwunden ist. 

Anorektikerstolz. Vor kurzer Zeit konnte ich (endlich wieder) meine Oberschenkel mit beiden Händen an der dicksten Stelle umfassen. Ohne Jogginghose. Heute klappte es (endlich wieder) mit kuschliger Jogginghose um die Beine.
Bulimikerstolz. Ich schaffte es gestern, die kompletten Ganznussschokoladenvorräte meines Exfreundes zu vernichten und alles wieder rauszubekommen, obwohl ich kurzzeitig dachte, mir würden die zerkleinerten Nusssplitter die Speiseröhre zerreißen (vielleicht gar nicht mal so schlecht - keine Speiseröhre/ keine Nahrungsaufnahme. Ironie.) Über was man sich nicht alles Gedanken macht, obwohl man mit der ganzen Magensäure und den Chiligewürzen vermutlich viel mehr kaputt macht. Und seit wann mache ich mir Gedanken um meinen Körper? 
Eigentlich kann er ja nichts dafür, daß in ihm eine gestörte Nage.getiergruppe lebt und er zumindest zur physischen Selbstzerstörung herhalten muss. Mittlerweile nur noch er. Seltsames Gedankenchaos. 

Muskelfleisch zerschnitten. 

Was mich am meisten stört, ich muss die vernichteten Vorräte meines Exfreundes natürlich ersetzen. Und natürlich war es keine Bioschokolade, die ich fraß. Und es widerstrebt mir, andere Schokolade, als wie Bioschokolade oder vegane Schokolade zu kaufen, weil ich automatisch Bilder von gequälten Milchkühen vor Augen habe. Fuck.

 

Mittwoch, 18. Juli 2012

An manchen Tagen passt es nicht. Man wacht zu spät auf und schafft es dann nicht aus dem Bett, was den Tagesplan durcheinander wirft. Man versorgt seine geliebten, wundervollen Meerschweinchen und sieht, daß eines seiner geliebten Tiere ein dickes, rotgeschwollenes Auge hat. An manchen Tagen, so wie Heute, schaltet man ab. Der Tagesablauf ist komplett durcheinander, aber das Wohl eines geliebten Freundes geht vor. Man ruft den Tierarzt an, um dann dort über zwei Stunden einfach nur zu sitzen. Zwei Stunden, in denen man Aerobicübungen hätte machen können. Wie geplant duschen, Aerobic machen, joggen. Man beobachtet die anderen Patienten. 

Zwei Kinder, die jeweils mit einer (zu) kleinen Box in der Hand hereinkamen. Ich mag keine Kinder. Wenn diese dann auch noch schwungvoll ihre Boxen auf den Boden klatschen und aus den Boxen heraus ein jämmerliches, ängstliches Fiepen kommt, dann mag ich Kinder nicht nur nicht. Dann hasse ich Kinder. Und ihre unfähigen Eltern ebenfalls. Wenn die unfähigen Kinder ihrer unfähigen Eltern die Boxen öffnen, schließen, öffnen, drin herumwühlen -ängstliches Fiepen-, schließen, öffnen, schließen, dann hasse ich Kinder nicht nur. Dann würde ich sie und ihre unfähigen Eltern am liebsten, egal. Aber natürlich bin ich viel zu feige, um meinen Mund aufzumachen.
Eine Frau, die mit einer maunzenden Katze in ihrer Transportbox die Praxis betritt und mit einer leeren Transportbox heulend die Praxis verlässt. Ich verließ die Praxis ebenfalls für kurze Zeit, denn auch mir kamen die Tränen (sehr selten), als ich erinnerte, wie wir das Donnamädchen, den kleinen Teufel Lucy (Lucifer) und ich meine kleine, wundervolle Lilly dort verloren haben/hatte.

Man ruft seine Betreuerin an und sagt den heutigen Termin unter einer Lüge ab, um seinen Sportplan einhalten zu können. Und irgendwie passt es zeitlich doch. Knapp, aber es passt. 


Dienstag, 17. Juli 2012

Wer braucht eine Alarmanlage, wenn er vier (wundervolle) überaus selbstbewusste (zumindest 2-3 von ihnen) Meerschweinchen hält, die bei der Öffnung der Kühlschranktüre jedes Mal so laut quieken, dass man es vermutlich noch in mehreren Kilometern Entfernung (ja übertrieben) hören könnte.
Und nein, ich öffnete den Kühlschrank nicht, um mir Essvorräte zu entnehmen, sondern um mir eine eiskalte ColaLight genehmigen zu dürfen. Und natürlich, um die Meerschweinchenalarmanlage zu versorgen, damit sie auch weiterhin ihre Dienste leistet.

Schreibunlust. Lebens(un)lust? 

Ich vermisse frühere, äußere Weggefährten. 

Ich träumte von rohen Eiern. Neue Zukunftsperspektiven, neue Lebenssichtweisen. Ich ließ die Eier fallen, ein einziges rohes Rührei. Üble Nachrede, innerliche Erkrankung. Manchmal will (je)man(d) eine Besserung nunmal nicht. 


16:43

Wo wir schon beim Thema Träume sind. Die Bulimie hat sich aus der Realität in meine Traumwelt verschoben. Mir soll`s recht sein. Schade nur, dass man in Träumen zwar fühlen, aber nicht schmecken kann (ich zumindest nicht).

Montag, 16. Juli 2012

Rainald Grebe - Pia

Pia, Pia, Pia
Du bist dünn wie ein Dia

Pia, Pia, Pia
Wie ein Abfahrtsskier

Die Mutti ist schlau und der Vater tüchtig
Pia hat Pickel und ist magersüchtig
 
Pia, Pia, Pia
Es geht mir wie dir 
Schreib alles auf, schreib warum
Ins Poesiealbum
Wir werden so lalalalalalalalaleicht
Wir werden so lalalalalalalalaleicht
 
Ja wer steht denn da an der Schlemmertheke, ja wer steht denn da an der Schlemmertheke, ja wer steht denn da an der Schlemmertheke, ja wer steht denn da
Der Pavarotti
 
Pia und Jochen
Haut und Knochen
Jochen und Pia
Zwei Scheiben Esspapier 

Wir zwei wir gehn durch Dünn und Dünn
Wo Liebe draufsteht, ist auch Liebe drin
Und zum Beweis, dass ich immer an dich denk
Zieh den Ehering übers Handgelenk
Wir werden so lalalalalalalalaleicht
Wir werden so lalalalalalalalaleicht


Sonntag, 15. Juli 2012

Irgendetwas wird auch dieser Blog zerstören. Ich weiß nur noch nicht, was. Die Beziehung zu meinem (Ex)-Freund? Die letzten beiden Blogs zerstörten diese Beziehung nur indirekt und waren nur ein kleines Bruchstück. Also sollte dieser Blog es schaffen? Vielleicht auch den Kontakt zu meiner Betreuerin. Den Kontakt zu meiner allerliebsten L? Den ohnehin schon gestörten Kontakt zu meinen Eltern? Den Kontakt zu meiner Lieblingstante? Nein, zu unwahrscheinlich. Es erstaunt, wieviele Kontakte sich in diesem isolierten Dasein finden. Vielleicht schaffe ich hiermit auch einfach nur die lang ersehnte Selbstzerstörung. 

Gestern habe ich mich nicht übergeben. Heute auch nicht. Es verschiebt sich derzeit wieder in die Sportkompensation. Und der Zeiger der Waage verschiebt sich endlich wieder, trotz mittlerweile deutlich sichtbaren Muskelmasse, nach unten. 

Gestern passierte mir außerdem etwas sehr Peinliches. Erneut erstaunlich, an wieviel Gestern ich mich Heute erinnern kann. Jedenfalls war es so unsagbar peinlich (unübertrieben), dass ich froh war, allein zu sein. Vor meiner Selbst ist mir sogut wie gar nichts peinlich. Oder unangenehm. Ich kenne meiner Selbst gegenüber keine Grenzen. Als ich vor kurzer Zeit meine Kotzschüssel in der Toilette entsorgen wollte und nicht ganz bei Sinnen die Hälfte des Inhalts daneben kippte, war es mir auch nicht peinlich. Ich stand vor der Sauerei und starrte minutenlang wie paralysiert hin, während innerlich die Hölle tobte. Jedenfalls, auch dies war mir nicht peinlich. Aber das gestrige Ereignis war der ekelhafteste und peinlichste Tiefpunkt meiner Essstörungskarriere.

Nocheine gestrige Erinnerung. Eine schöne Erinnerung. Mein Opa hatte sich gefreut.





 


Samstag, 14. Juli 2012

Die Nage.getiere hielten gestern `Sommerschlaf`. Wirklich wach bin ich heute immer noch nicht.

Mir ist etwas aufgefallen. Ich bin ein Störungssammler. Über die körperlichen Jahre hinweg kam immer mal wieder etwas dazu. Mittlerweile sind wir bei fast 10 Störungen angelangt, davon 3 Persönlichkeitsstörungen. Erstaunlich finde ich dabei, ich lebe noch. Etwas anders, seltsamer und verwirrter, als manch` anderes Getier, aber ich lebe noch. Gut, vielleicht nicht leben, eher dahinvegetieren, aber das klingt zu mitleidig. Und das kann ich ebensowenig leiden, wie Chaos. Mein elendiges Selbstmitleid.

Heute werde ich mich in meine zweite Hölle begeben. Eigentlich ist es gemein, diesen Ort als Hölle zu bezeichnen. Vielleicht freut es meinen Opa ein wenig, wenn er mich wiedersieht. 

Gestern fraß ich nicht. Ich kotzte nicht. Ich schnitt nicht. Ich lief. Und lief. Und lief. Weg von der Realität, hinein in den leider nicht erholsamen Sommerschlaf. Selbstmitleid.


Donnerstag, 12. Juli 2012

Nagetiere sind kein Spielzeug, liebe Zoofachhandelfachverkäuferin, die so rein gar nichts von ihrem Zoofachhandelfach versteht. Am liebsten würde ich sie retten. Meine Artverwandten und ein Gesetz erlassen, welches verbietet, Tiere wie Ware anzupreisen und zu verkaufen. Hinzu ein Verbot, meine Artverwandten in Käfige oder viel zu kleine Gehege (schlimmsten Falles allein) zu packen und sie dort dahinvegetieren zu lassen. Ein weiteres Verbot gegen den `Kuscheltierstatus` meiner Artverwandten. 

Nagetiere sind kein Spielzeug. Nage.getiere (eigentlich) auch nicht.

Ich schlafe zuwenig. Aber was soll ich machen, wenn mir die Zeit wegrennt und ich jeden Tag mehrere Stunden hinterher sprinten muss? Ich ignoriere zuviel. Aber was soll ich machen, wenn ich die Folgen lieber in der Kloschüssel ertränke oder zerschneide, als wie dem Verdrängten Raum und Zeit für schriftliche und gedankliche Kommunikation zu geben?


nicht ich

Mittwoch, 11. Juli 2012

Ich habe noch nie einen solchen Menschen erlebt. Ernsthaft. Einen Menschen, der uns so akzeptiert, wie wir sind. Der auch die Anteile akzeptiert, die nicht wohlwollend sind. Die es zum Teil nicht sein können, zum Teil nicht sein wollen. Die Gründe seien dahingestellt. Einen Menschen, der versteht, der redet, sodass wir es nicht müssen. Der nicht drängt, sondern annimmt, wenn es nicht geht. Der nicht die Falschheit sieht, sondern die Verzweiflung. Die Therapie wird erstmal noch nicht weitergeführt. Dennoch kann ich mich bei ihr melden, sobald wir bereit dafür sind. Ich kann mich ohnehin immer bei ihr melden. Sie hat soviel verstanden, obwohl ich sowenig sagte. Das erste Mal ging es mir nach einem Therapeutenbesuch besser. Auch heute noch. Danke.

Derzeit schneide ich wenig an meinen Unterarmen. Es mag seltsam klingen, aber dort ist mir zuwenig `gutes Schneidefleisch`. Während der Rest des Körpers ein einziger Fettklumpen ist, sind (waren und sind) meine Unterarme immer relativ dünn gewesen. Zur Zeit bestehen sie hauptsächlich aus Knochen, überzogen mit Adern und Haut. Je weiter es nach oben geht, wird ein wenig Muskelmasse fühlbar/sichtbar. Richtig tief traue ich mich deshalb an diesen Stellen (untere Unterarme, Hände) nicht mehr ran, aus Angst, irgendwann doch mal etwas (evtl. für später) Wichtiges durchzusäbeln. Kein Problem, sollte man meinen. Der restliche Fettklumpen bietet doch noch genügend (teils sogar unbeschädigte) Schneidefläche. Aber es gibt mir nicht soviel, wie meine Hände und die Unterarme. Typischer Borderlineklischeemist - aufgeschnittene Unterarme. Der letzte Schnitt in die `Hautknochenadermasse` ist kaum klaffend, dafür dick und rot angeschwollen. Eine unklaffende, unschöne Delle. `Die Ästhetik der Selbstverletzung - wie werde ich zum perfekten Aufschneider?` könnte ein neuer Bestsellerroman oder Ratgeber werden. Typischer Gedankenmist.

Gestern, vorgestern, irgendwann kürzlich landete ich auf dem Nachhauseweg wieder auf einer falschen Autobahn. Wieder schön, irgendwie. Mein geliebtes Auto. Mein geliebtes Rammstein. Meine geliebte Freiheit. 


17:09

Liebe. Glaube ich zu wissen, solang` ich die Vergangenheit nicht weiß.

17:17

Nochwas vergessen. Ich habe bestimmte `Notfallpunkte` beim Kotzen. Nein, besser übergeben. Diese Notfallpunkte kommen dann zum Einsatz, wenn die etwas freundlicheren Methoden nicht oder nicht richtig funktionieren. Gestern entdeckte ich eher unfreiwillig einen neuen Notfalllpunkt und mein Fresszeug samt eigentlich erlaubtem Abendessen wollte gleichzeitig auf dem schnellsten Weg wieder raus, weshalb mir die ganze Masse (Achtung eklig) guten Teils durch die Nase hoch und letztendlich rauskam. Da ich mein Abendessen jeden Abend auf`s Neue komplett mit Chili überwürze, dachte ich in diesem Moment, ich würde nie wieder etwas riechen können.
Dieses Erlebnis wollte ich hier nur mal festhalten. 
  

Dienstag, 10. Juli 2012

Es gab (oder gibt) mal einen Radiosender, dessen Slogan `Schönes bleibt` hieß. Als ich eben meine Narben betrachtete, kam mir unweigerlich dieser Spruch in den Sinn.

Ich glaube, mein Kalorienverbrauchszähler ist eben angekommen. Es klingelte zweimal, aber ich öffnete nicht. Nun ärgert es mich, da das Paket samt Inhalt ungenutzt bei meinem Nachbarn liegt. Rüber` gehen und fragen kann ich gerade auch nicht. Gleich nochmal los. Ich hasse Nachmittagstermine. Besonders den heutigen. Für genauere Erklärungen ist es mir im Moment alles zu kompliziert.

Heute Nacht träumte ich von dir. Ehemals beste Freundin, ehemalige Seelenverwandte. Du sahst furchtbar aus, ich auch nicht besser. Nicht gemein furchtbar, essgestört furchtbar. Zumindest Du. Auch, wenn Du mich mit deinem Verhalten tief verletzt hast (in Realität und Traum), hoffe ich dennoch für dich, Du hast den Weg rausgefunden.

Ich bin viel zu fett geworden. Egal ob Muskeln, Wasser, Fett. Alles Lebensmasse. Viel zu viel Masse. Dabei stand ich gestern noch vor dem Spiegel und dachte seit Ewigkeiten mal wieder `Du bist schon irgendwie dünn.` Und heute? Gestern kein Fressen, kein Kotzen. Nur Sport, Trinken, Sport, Trinken, Sport, Trinken, wenig Essen, Sport. Zunahme über Nacht und ohne Blick in den Spiegel, stattdessen auf die Waagenanzeige `Du bist schon irgendwie wieder (sehr viel, viel zu viel) fetter geworden.` Ein großer Klumpen vernarbte Fettmasse. 


14:31
 
Wieso sprichst Du von Liebe, die doch nicht mehr ist. 
(Auch an das Selbst.)

Montag, 9. Juli 2012

Sonntag, 8. Juli 2012

Gefühle zurück. Meerschweinchen sauber gemacht, der Therapeutin auf Band gesprochen, dass ich mich entschlossen habe, die Therapie vorest abzubrechen (weil es nicht gut ist, den Platz zu blockieren, wenn man (noch) nicht an sich arbeiten will/kann) und den restlichen Tag im Bad verbracht. Größtenteils, den anderen Teil vor dem Kühlschrank. Und jetzt wird sich bis Mitternacht sportlich betätigt. Zur Sicherheit.

Ich hasse mich. Die Therapie weiterzumachen. Die Therapie abzubrechen. Beides ist einfach nur wortwörtlich zum Kotzen.
Es wühlt soviel auf. Seit Samstag Abend ist soviel Gefühl zurück. Mir passt gar nichts. Weder, wenn Gefühle da sind, noch, wenn ich nichts fühle. Weder, wenn ich die Therapie mache (weil ich mich dann schlecht fühle, weil ich jemand wirklich Motiviertes den Platz weg nehme), noch, wenn ich die Therapie abbreche (weil ich Angst habe, den letzten Strohhalm abzuschneiden). Seit Samstag Abend nur am Heulen. Am Schneiden. Am Fressen. Am Kotzen. Am Laufen. Und am Heulen, zumindest innerlich. 
Wie sie reagieren werden, weiß ich auch nicht. All diejenigen, die in mir die Motivation sehen. Nichts anderes, nur die Motivation. Da ich ihnen all die anderen Seiten nicht zeige. Ich hasse mich für diese gottverdammte Lügerei.

Süßes Gift nannte meine Therapeutin die Dissoziation. Der heutige Tag, eine einzige Süßigkeitenvergiftung.


Samstag, 7. Juli 2012

Jeden Tag nervt es mich, was ich am vorherigen Tag geschrieben habe. Obwohl ich es mir nicht mehr durchlese, ich weiß, es passt mir heute schon wieder gar nicht mehr.

Gestern Abend das letzte Mal gefressen und gekotzt. Versprochen. Das letzte Mal von noch geschätzten 1.Millionen folgenden letzten Malen. Laut erster Waage keine wesentliche Veränderung. Laut zweiter Waage abgenommen. Der zweiten Waage, die vor einigen Tagen im Müll landete, wird geglaubt. Immer so, wie es am Besten passt. 

Bilanz für Heute: Zuviel Erinnerung. Zuwenig Kraft. Blutverlust. Gewichtsverlust. Aber immerhin, kein Gefühlsverlust mehr. 

Ich werde mir ein Kalorienverbrauchszähler bestellen. Ich brauche ein bisschen mehr Sicherheit. Und ich werde versuchen, einer Person gegenüber ehrlich zu sein, die die Wahrheit vermutlich nicht hören kann/will. Ich bin ihr nicht böse deswegen, ich bedeute ihr zuviel. Aber diese ständige Lügerei bringt es auch nicht (mehr). Und ich werde versuchen, mich bei Dir zu melden, liebste L. Versuchen. Handeln ist die andere Sache. 

Innen ist es still geworden. Ich laufe immer noch (weg). Vor dem Leben (in mir). 


Freitag, 6. Juli 2012

Waagenchaos. Aber insgesamt abgenommen. Denke ich. Hoffe ich.

Meine Therapeutin erklärte mir die Gefühllosigkeit damit, dass mein Überlebensinstinkt (?) wieder den Notschalter umgelegt hätte, um bestimmten Gefühlen, die ich aufgrund meiner derzeit labilen Lage nicht aushalten würde, zu entgehen und somit das Überleben weiterhin sicherzustellen.
Ich fühle mich nun (im Kopf, nicht im Herzen) nicht mehr so schuldig, in Bezug auf Lilly nichts zu fühlen. 

Beim Einkaufen heute habe ich den Natreen Schokopudding vergessen. Schlecht. Sehr, sehr schlecht. Nochmal werde ich nämlich nicht mehr vor die Tür gehen. Heute nicht. Morgen nicht. Und Übermorgen auch nicht.
Warum ist vor und nach dem Einkaufen immer alles da. Gedanklich. Während des Einkaufens Gehirn aus. 

Außer zur Therapie und zum Einkaufen, war ich heute mit meiner Betreuerin beim Arzt. Wiegen. Auch dort gibt es zwei Waagen. Mal wird Nr.1 benutzt, mal Nr. 2. Auch hier Waagenchaos. Aber insgesamt abgenommen. Wurde unkommentiert notiert. Immerhin.

Und ich fuhr heute mit meinem geliebten Auto. Zur Therapie und zum Einkaufen. Auf der Rückfahrt war ich weit weg. Irgendwann nicht nur gedanklich, sondern auch weit weg vom eigentlichen Weg zurück. Chance genutzt und das Auto auf der Autobahn mal wieder richtig ausgefahren. Rammstein auf laut(er), Fenster trotz Regen auf und einfach los. Fühlte sich kurzzeitig sehr befreiend an.



14:57

Sie fragt sich, nein, sie fragen sich Beide, weshalb ich so kaputt im Kopf bin. Können es sich nicht restlos erklären. Die Störungen sind da, aber die Ursache fehlt.
Oberflächlich funktioniert es. Alles. Oberflächlich gesehen ist mein Leben so absolut langweilig normal verlaufen. Oberflächlich gesehen blühen meine Pflanzen und meine Wohnung ist perfekt aufgeräumt und sauber. Das Ebenbild der Seele, sagt man. 
Oberflächlich gesehen mag das wohl stimmen.
Ach` wie gut, dass niemand weiß...manchen Tages nicht mal ich selbst.

17:08

Ich laufe immer noch. Nebenbei ist mir aufgefallen, ich habe nicht nur den Natreenpudding vergessen. Auch die 70kcal Dose Karottenwürfel und die Packung Küchenrolle. Scheiße. 



Donnerstag, 5. Juli 2012

Blödes Zeug gestern. Zudem gestern geschockt. Es sah so aus, als hätte jemand im Rosengarten, in dem meine kleine, wundervolle Lilly begraben ist, den Boden umgepflügt, um dort Bohnen zu pflanzen. Angeblich soll wohl um Lilly`s Grab herum gepflanzt worden sein. 
Wieso war ich noch nicht nachschauen? Scheisse.
Die Gefühle sind immer noch weg. Irgendwo müssen sie sein. Aber will ich es wirklich wissen? Für Gefühlslosigkeit aufgrund des Untergewichts bin ich noch viel zu fett.

Ich bin müde. Ich will schlafen. Aber ich darf nicht schlafen. Laufen. Laufen. Laufen. Ja, ich habe so ein furchtbar schweres Leben. Ironie, in Bezug auf das Gewicht nicht. Und nicht auf den Teil in mir zutreffend, der gerne leben würde. Der hat es wirklich nicht leicht, vielleicht auch zu leicht.


16:33

Es ist nicht nett von dir Waage. 400gr. mehr. Nochmal drauf. 600gr. mehr. Nochmal drauf. 300gr. mehr. Zweite Waage. Fast 2kg mehr. Zweite Waage fliegt in den Müll. Erstes Waageergebnis wird mehr oder weniger akzeptiert. Geplantes Abendessen nicht.

Viel wichtiger: Ich glaube, er hat Lillys Grab zerstört.

In meinem Herzen lebst Du ewig, meine kleine Lilly. Meine kleine, wundervolle Lilly.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Einsam. Falsch verstanden von einer Person, der ich etwas sehr Vertrautes anvertraute. 1 1/2kg abgenommen. Dennoch unzufrieden, da das Gewicht nicht durch Sport, sondern durch Fressen und Kotzen runterging. 

`Ich liebe dich` ist fälschlicherweise so nebenbei rausgerutscht. Na dann ist ja nicht/doch gut.

Einsam. Irgendwie sehr einsam. Nähe ertrage ich dennoch nicht. Nähe bringt Tagespläne durcheinander. Warum hat Sie es nicht verstanden? Warum vertraue ich Menschen überhaupt mein Inneres an, wenn sie es doch nicht verstehen. Und warum sage ich ihr nicht einfach, dass Sie es falsch verstanden hat. Und warum freue ich mich nicht über die Abnahme, auch wenn es durch die Kotzerei passierte. Und warum schneide ich mich auf, wenn es mir meine Gefühle auch nicht zurückbringt. Und warum fühle ich eigentlich schon wieder gar nichts mehr? Weder Schuld, noch Selbsthass, noch Scham. Gar nichts. Nur weil ich alles Innen ignoriere? Vielleicht habe ich mich/mein Innen auch einfach nur kaputt ignoriert. Hört sich immer noch selbstmitleidig an. Hört sich so an. Fühlt sich nicht so an. Einsam. 


17:08

Worin liegt die Faszination, seine Oberschenkel mit Daumen und Zeigefinger beider Hände umfassen zu können? Ein Gefühl. Stolz. Hass wegen Stolz auf so einen Blödsinn.


Nicht meine Beine auf dem Bild.

Noch ein Gefühl. Meerschweinchen freuen sich über frisches Heu. Stolz. Auf meine wundervollen Meerschweinchen. Kein Hass wegen Stolz auf meine wundervollen, kleinen Meerschweinchen.



Dienstag, 3. Juli 2012

In meiner Grundschulzeit, da gab es ein Buch. Die Welt der Zahl. Passend zu der heutigen Zeit. Die Welt der Zahl. 0 Kalorien. 0 Gewichtsverlust. 0 Stoffwechsel. 0 Hirntätigkeit. 100% Falschheit. 100% Verlogenheit. 100% Verwirrtheit. 100% Fett.

Warmes Blut wärmt kalte Gänsehaut. Wenn es in mir doch so warm ist, warum ist mir außen dann so kalt? 

Und wieso sagt mir jemand, der eine Freundin hat, dass er mich liebt? 

Ergebnis der Rechnung:
0 Verständnis bei 100% Verfettung.


Damals war das Buch nicht so schön bunt. Ich hätte mich gefreut über die bunten Drachen. Drachen waren damals meine Lieblingstiere.


Montag, 2. Juli 2012

Zunahme. Klar. Wenn man alles doppelt und dreifach verbrennt, was man an Kalorien zu sich nimmt, nimmt man zu. Sicherlich. Mag es an Muskeln liegen, an eingelagertem Wasser (ich trank gestern unbewusst fast 6 Liter, was mir heute an den leeren Pfandflaschen auffiel), an Tabletten. Es ist und bleibt eine gottverfickte Dreckszunahme.
Aber lieber Körper, ich werde auch heute wieder laufen. Und laufen und laufen und laufen. Aerobicübungen sind schon gemacht. 

Mein Exfreund ist doch nicht so falsch, wie ich denke. Denke ich. Ich bin falsch, denn Sie glaubt, ich würde es wollen. Innerlich. Veränderung, Sie glaubt, ich würde kämpfen. Ja, ich kämpfe. Aber in die andere Richtung. Ich ertrage diese Weiblichkeit nicht. Kein Stück, denn sie entspricht mir nicht. Kein Stück. Ein kleines Stück, aber nicht Stück genug, um sie beizubehalten.

Seit über einer Woche glaube ich, kotze ich wieder nicht mehr. Ich fresse und kotze nicht mehr. Von Februar 2011 (Beginn der stationären Therapie) bis ungf. März 2012 fraß und kotzte ich gar nicht. Ich lief. Dann nahm ich Tabletten. Dann nahm ich außer meiner Kontrolle liegend zu. Dann kotzte ich. Dann fraß ich und kotzte und fraß und lief und kotzte. Sagen wir lieber, ich übergab` das Essen der Kanalisation. Kotzen, das Wort mag ich nicht.

Das Schneiden habe ich niemals aufgegeben. Während der Klinik nicht, danach nicht. Ich will und werde es nicht aufgeben. Genausowenig, wie ich mittlerweile die Essstörung aufgeben will und werde. Es ist so, meistens. Und ich werde auch meinen immer noch letzten Ausweg nicht aufgeben. Wenn das Weglaufen nicht zeitig funktionieren sollte. Ich will soviel und doch will ich gar nichts. 

Am Freitag Therapie. Ich will nicht. Nicht nach Innen blicken, mich mit dem beschäftigen, was in mir lebt. Nicht nach Außen blicken, mich mit dem beschäftigen, was um mich lebte/durch mich nicht mehr lebte/nicht durch mich nicht mehr bei mir lebte/nicht mehr um mich lebt.

Heute Morgen eine wundervolle SMS von einer wundervollen Person, die es auch ehrlich mit ihrer Nage.getierliebe meint. Meine Liebste, ich denke an dich. Immer.

(Fast) Alle meinen es ehrlich mit mir. Nur ich selbst nicht. Weder mit dem Selbst, noch mit meinen Mitmenschen.

17:09

Es wird sich räumlich vergrößert. Und `mein` Hund wird bald für mind. 4 Tage die Woche bei mir einziehen. Schön. Ich spüre innerlich keine Freude, aber Kopf sagt: Schön. Es ist schön. Punkt.
Keine Freude, nicht des Hundes wegen. Keine Freude, weil ich zur Zeit gar nichts fühle. Absolut rein gar nichts.
Frau R. (meine Betreuerin) wird nicht begeistert sein. Nicht des Hundes wegen, Sie liebt den Hund. Genauso wie ich ihn irgendwo tief in mir drin liebe. Wegen der räumlichen Vergrößerung in der alten-neuen Hölle. Aber meine wundervollen, vier Meerschweinchen und ein großer, spanischer Mischling in einem Raum? Nein. Und letztendlich geht es ihr nicht um die Vergrößerung. Es geht ihr um das allgemeine Leben ind der alten-neuen Hölle. Ich will hier nicht weg. Ich bin (auch wenn es vielleicht nicht förderlich ist) hier angekommen. Da ist nicht die Kraft, nochmal neu aufzubrechen. Vielleicht deshalb auch kein Kämpfen mehr.

Herzlich Willkommen zurück, Selbstmitleid.

Und dass ich gar nichts fühle, das stimmt so auch nicht. Ich bin gerade absolut selig darüber, wie meine wundervollen vier Meerschweinchen ihr Heu mümmeln und eines quiekend vor Freude Luftsprünge macht.
Und dass der Kopf zum Hundeeinzug nur `schön` sagt, das stimmt so auch nicht. Er sagt, freu`dich verdammt nochmal, es ist das, was Du dir immer so sehr gewünscht hast! Er sagt, f**k, noch mehr Zeit, die verloren geht. F**k, die ganzen Zwangsrituale, die tagtäglich ihren Ablauf finden, werden zwangsläufig durcheinander geraten.
Und Durcheinander ist immer nochetwas, was ich nicht aushalte.
Freu` dich, verdammt nochmal! Es ist dein geliebter Hund!
 
Herzlich willkommen zurück, Selbstmitleid.

  

Sonntag, 1. Juli 2012

Ich vermisse die Vergangenheit. Einen Teil davon. Einen kleinen Teil kaputten Lebens. Wer hätte gedacht, dass ich mir diese Zeit zurückwünsche? Zu der so wenig Erinnerung zählt, aber dennoch. Normalität kann so verdammt langweilig sein.

Wunden sind auch nur solange schön, bis das rote, frische Fleisch von einer gelben Eiterkruste bedeckt wird, in die stellenweise schwarze Pulloverflusen eingearbeitet sind. 

  
16:37

Frühstück:
Kalorienarmes, koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk mit Süßungsmitteln. Light, da kalorienarm. Zucker durch Süßungsmittel ersetzt.
Mittagessen:
 Kalorienarmes, koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk mit Süßungsmitteln. Light, da kalorienarm. Zucker durch Süßungsmittel ersetzt.
Abendessen:
Darüber schreibe ich nicht. Denn es wird feste Nahrung geben. Mein Geheimnis. Aber dafür bin ich auch 3 Stunden gelaufen und habe mich 30Minuten lang mit Aerobicübungen aufgehalten.
Immerhin.

Abnahme muss sein. Der Körper ist derzeit nicht mein.