Dienstag, 25. September 2012

Rammstein - Wiener Blut

Und wanderst Du im tiefen Tal
Seid ihr bereit?
Und sei dein Dasein ohne Licht
Seid ihr soweit?
Fürchte kein Unglück, keine Qual
Macht euch bereit
Ich bin bei dir
Und halte dich
Ich halte dich

In der Dunkelheit
In der Einsamkeit
In der Traurigkeit

Für die Ewigkeit

 

Dienstag, 18. September 2012

Mein Opa bedeutet mir sehr viel. Menschen bedeuten mir verdammt wenig bis gar nichts, aber mein Opa gehört zu dem kleinen Kreis menschlicher Lebewesen, welche mir sehr viel bedeuten. Er ist schon lange Zeit dement und meine Betreuerin erklärte mir, es sei normal, wenn er mit der Zeit ausfallender werden würde. Öfter kleinere/größere Wutausbrüche bekommen würde. 
Anfangs freute mich diese Entwicklung, da es mir das Gefühl gab, er könne sich endlich einmal durchsetzen. Da er weiß, wieviel er mir bedeutet und ich schon lange Zeit (eigentlich immer) die Einzige bin, die wirklich (mit dem Herzen) für ihn da ist, hielt sich sein dement verändertes Verhalten gegen mich zurück. Eigentlich hatte er mich in seiner dementen Zeit (davor auch niemals) noch nicht einmal leicht angefahren. 
Meine Betreuerin erklärte mir, es sei normal, wenn er mit der Zeit auch mir gegenüber ausfallender werden würde. Er würde es nicht böse meinen, es wäre die Krankheit. 
Ich weiß, sagte ich. Eigentlich weiß ich es auch, aber der lang gefürchtete Tag kam. Es beginnt. Es war nur ganz leicht, es war nicht böse gemeint, in keinster Weise. Wenige Minuten danach lachten wir wieder zusammen, umarmten uns, aber dennoch. Ich bin sehr sensibel, sehr empfindsam und verletzlich. Und ich kann es mir 10.000mal wiederholt sagen, es ist die Demenz, nicht das Herz meines Opas, welches spricht. Dennoch verletzt es mich (zutiefst). Mein geliebter Opa. 

Nicht falsch verstehen. Ich nehme es ihm absolut nicht böse und ich bin mir bewusst darüber, daß meine Empfindung an mir (uns) und einem viel zu sensiblen Teil meines (unseren) Inneren liegt. Ich habe einfach Angst, den Kontakt zu seinem Herzen zu verlieren. 


 Heute erreichte mich unerwartet ein Brief meiner allerliebsten L. Noch ist er nicht geöffnet. Dazu bedarf es einen besonderen Moment, welcher sich Heute nicht ergab. 

Mein Wunsch war es einst, dauerhaft (für immer) im Untergewicht zu leben (zu sterben). Nie wieder Fressen zu können, da die Angst vor den Kalorien zu groß geworden ist. Fressen zu können, da man danach alles wieder auskotzen kann. Solch eine Sucht nach Sport zu entwickeln, daß auch die letzte Kalorie verbrannt wird. Mein Wunsch war es einst, in der Essstörung einzusinken, um niemals wieder aufzutauchen. 
Mein Wunsch erfüllte sich. Aber es ist alles andere als die erhoffte Erfüllung.

Es wird niemals richtig sein. Will ich leben, lebe ich (spiele es mir vielleicht auch nur vor). Ertrage es nicht und flüchte. Will ich flüchten, flüchte ich (spiele es mir definitiv nicht nur vor). Ertrage es nicht und lebe. Und flüchte. Und töte. Und lebe. Und flüchte. Weil ich niemals ankommen werde, weil es niemals richtig sein wird.

Montag, 17. September 2012

Weiter. Weiter. Weiter. Störung. Weiter. Fallen. Störung. Weiter. Streben. Sterben. Weiter. Störung. Normalität. Realität. Störung. Weiter. Weiter. Weiter. 

Wenn von Kindesbeinen an das Leben eine Störung ist, die Störung die Realität, wie soll man dann lernen, in der Normalität zu (über)leben? Weiter. Weiter. Fallen und weiter.

Ich springe raus, sobald ich raus gehe. Immerhin, ich gehe mehr (hin). Ich laufe weniger (weg). Ich nehme wahr, aber ich bin soweit weg. 

Er hat mir nicht den Kopf abgerissen. Wenn man bemerkt, daß Abstand besser ist, als lang ersehnte Nähe, ist das nicht gut. Und weiter. Zurück. Weiter. Zurück. Weiter-zurück-was denn nun? Weiter. ? 

Ich schlafe. Viel zu lange, da ich keine Kraft habe für das Leben, welches ich mir erlauben möchte.

Ich jammere. 

Ich bin verwirrt. Durcheinander. Störung. Und weiter.

Manchmal bin ich erschrocken über die vielen (inneren) äußeren Narben an meinem Selbst. Manchmal empfinde ich sie als lächerlich wenig. Manchmal empfinde ich sie gar nicht. Dann entstehen neue Schnitte. Solang, bis ich erschrocken über die vielen (inneren) äußeren Narben meiner Selbst bin. 

 

Samstag, 15. September 2012


Nicht mein Hund. Nicht meine Hand. Dennoch unser Glück.
Es geht immer tiefer. Nicht nur gewichtstechnisch gesehen. Auch das Niveau, die Würde vor dem Selbst oder Allgemein der Verlauf/das Verhalten bezüglich einer Essstörung bieten gute Abstiegsmöglichkeiten. 

Je mehr ich Richtung Leben gehen möchte, desto tiefer sinke ich (teils unbewusst) ein.

Kaum bewege ich mich wenige Tage in alter Umgebung, bewege ich mich auch gedanklich/verhaltensmäßig großen Schrittes zurück. 

Die Natur ist wunderschön. Jedoch, kaum bin ich dort, dissoziiere ich weg. Vielleicht ist es doch Wahrheit, was einst geschehen, das zumindest mir vergessen ist.

Ich habe fast den kompletten Kühlschrank meines Exfreundes, welcher nächste Woche aus dem Urlaub zurückkehrt, geleert. FUCK. Unvegane, nicht Bio Lebensmittel, wobei Bio angeblich auch schon wieder eine große Lüge sein soll.

http://www.bio-wahrheit.de

Vermutlich hat mich das ganze Haus kotzen gehört. Vermutlich niemand. Ich schaffe es nicht aus dem Haus, deshalb werde ich ihm Rechenschaft schuldig sein. Ich habe den Lindt Weihnachtsmann gefressen. Zur Hälfte. Der hat besondere Bedeutung und dann schmeckt dieses scheiß Teil nichtmal. Meine Unterwäsche rutscht, während ich mich gerade sportlich betätige. Nur so, als Erkenntnis. Und ich habe die heiligen, weißen Schokocrossies gefressen. Und sie schmeckten nichtmal, diese scheiß weißen, limitierten, vermutlich nicht mehr erhältlichen Crossies! 

Und FUCK, über mir knarrt das Parkett. Gehört. Fuck. Fuck. Fuck.

Vor ein paar Tagen kotzte ich unteranderem nicht, aus der Angst heraus, den nächsten Ess-Kotzanfall körperlich nicht zu überleben. Psychisch vielleicht auch nicht. Ich bin noch da. Und ich will raus. Fuck. Es ist gerade einfach alles nur FUCK!


Sonntag, 9. September 2012

Erkenntnisse des 09. September 2012. Ich bin zu sensibel, sentimental und verletzlich. Ich bin kritikunfähig. Ich vertrage keine Zwiebeln und werde zukünftig versuchen, Lebensmittel bis zum Verfallsdatum zu vebrauchen und nicht, wie am heutigen Tag, Resteverwertung betreiben, die in bösen Magenkrämpfen endete. Ich rede (zu) oft über mich, obwohl ich nicht weiß, wer `ich` ist. 

Ich denke, ich würde ein gutes Thinspiration/Fitspirationmädchen-frau-was auch immer abgeben. Würde man mit Photoshop die dunklen Augenringe kaschieren, mir etwas fülligere Haare zaubern, die Falten an bestimmten Körperstellen retuschieren (welche sich durch schlaffes Bindegewebe, bedingt durch stetige Zu-und Abnahme gebildet haben), meine Mundwinkel anheben und ein wenig Fett- und/oder Muskelgewebe von den Stellen nehmen, an denen es niemals verschwinden wird, um es an die Stellen zu setzen, die zu extrem knochig wirken. Das reale Leben lässt sich allerdings leider nicht photoshoppen.

Weitere Erkenntnisse des 09. September 2012. Ich schlafe zu wenig. Ich rede wieder über mich. Und nur über mich. Ich habe keine Kraft, meine Wohnung zu putzen (die es nicht unbedingt nötig hat, aber dennoch stört es mich). Gelenkschmerzen schmerzen. Ich reagiere (zu) extrem auf äußere Veränderungen der Umgebung, obwohl ich `die Umgebung` manchmal gar nicht real wahrnehme.


Letzte Erkenntnisse vor Mitternacht. Mein Hund ist wunderschön. Meine Meerschweinchen sind wunderschön. Der Mond ist schön. Und die Sterne, die mich einst/immer noch (?) am Leben hielten, auch.

Samstag, 8. September 2012

Ich schaffe es mittlerweile, drei geregelte Mahlzeiten (fast) ohne Fress-Kotz-Schneidedruck zu essen. Zuviel Sport, Kalorienzählen, alles noch da. Aber dafür, daß ich seit über sechs Jahren bewusst (davor etliche Jahre unbewusst) keinem geregelten Essrhythmus mehr nachgegangen bin, ist das doch zumindest hinsichtlich des Essverhaltens gut, oder?

Ganz hinten im Kopf, hinter `du musst mehr schaffen, warum isst du nicht einfach ohne Kalorien zu zählen, warum hörst du nicht einfach auf mit dem ganzen Sport, du hast sogut wie nichts geschafft, du wirst fett, du bist zu dünn, ich hasse dich, ich hasse, hasse, hasse dich`, ganz weit dahinter verbirgt sich ein wenig Stolz auf bisher Erreichtes (zumindest hinsichtlich des Essverhaltens).

Ich schneide weiterhin. Verfiel in den letzten Tagen und Wochen dem Kauf, gab (viel) zuviel Geld aus, schlafe maximal fünf Stunden am Tag, um genügend Zeit für Sport, Essen (ich esse an einer Mahlzeit bis zu drei Stunden), Tiere und Eigenarten zwanghaften Verhaltens zu haben. Gedanken und Gefühle sind weiterhin verhaltensgestört. Dennoch, drei Mahlzeiten täglich, gut. Irgendwo muss man anfangen, wenn man irgendwann (vielleicht) doch noch einmal leben möchte.

Freitag, 7. September 2012

Ich denke schon, irgendwo-irgendwie liebe/mag ich meine engste Familie irgendwie-irgendwo manchmal/zumeist. Aber sie sind doch selbst alle einfach nur psycho. Nicht nur irgendwie.


Donnerstag, 6. September 2012

- Was Du nicht willst, das Du Fremden tu, das füg` dir lieber selber zu - 

Ich bin durcheinander, die letzten Tage. Suizidgedanken da und weg, genieße das Leben soweit es mir möglich ist. Ängste kommen und gehen. Ähnlich den Anderen im Innen. Leben wollen, Leben, nicht leben können, nicht sterben wollen, Sterben, Freud` und Leid, Glück und Angst. Durcheinander. 

Ich (Wir) verliere wieder den Bezug zu Raum und Zeit, aber diesmal unbeabsichtigt. Da ist Lebenswille, manchmal. Es wird soviel bewusst, was solang` vergessen. Manchmal, da weiß ich nicht, wer ich bin. Was ich bin. Wo ich bin. Dann laufe ich verhaltensgestört durch die Wälder und erfreue mich fernab dissoziiert am ersten bunten Laub meiner liebsten Jahreszeit.

Es ist gemein, wenn das Innere des Kopfes bei bestehender Arachnophobie Bilder von Vogelspinnen aufdrängt. Allgemein ist es gemein, was das Innere des Kopfes aufdrängt. Und somit schlitze ich lieber das eigene, äußere Selbst auf, als den Inhalten der Bilder und Gedanken des fremden, inneren Selbst zu folgen.


Montag, 3. September 2012