Freitag, 31. August 2012

Ich. Ich. Ich. 

Nummer 1a ist wieder abgemeldet. Aber es gibt ja zum Glück noch immer Nummer 1b und 1c in der Hinterhand. Ich würde sagen, 1b ist jetzt wieder 1a. Meinen Vater habe ich dennoch lieb. Richtig lieb. Ein Wunder, ich empfinde Gefühle. 
Er fragte mich gestern am Telefon zuallererst, wie es mir geht, bevor er mit seinen Frauengeschichten anfing. Schön. Und es war anders. Er war offener, erklärte. Irgendwie war zu spüren, wie wichtig ich ihm doch zu sein scheine. Sehr schön.

Auch mein Exfreund war gestern wieder absolut lieb zu mir. Im freundschaftlichen Sinne. Auch hier war zu spüren, wie wichtig ich ihm doch zu sein scheine. Im freundschaftlichen Sinne. Seltsam. Schön.

Es gab Zeiten, in denen ich (leicht) betrunken Auto fuhr. Es gab Zeiten, in denen ich nur noch selten (leicht) betrunken Auto fuhr und meine, im betrunkenen Zustand gesagte Aussage `Das waren noch Zeiten, als ich betrunken Alkohol gefahren bin`, wahnsinnig lustig fand. Es gibt Zeiten wie die Heutigen, in denen ich nicht mehr betrunken Auto fahre und mich für die Vergangenheit in Grund und Boden schäme.

 Bald beginnen meine liebsten Jahreszeiten.

Donnerstag, 30. August 2012

Ich werde niemals vertrauen. Niemals (wieder). Niemals, niemand. Außer den tierischen Erdenbewohnern, meiner Lieblingstante und meiner liebsten L. Niemand klingt irgendwie anders. Hoffnung?

Es schwankt. Zwischen allen möglichen Lebensweisen und Lebenseinstellungen. Auch körperlich schwankt es, aufgrund eines nicht intakten Kreislaufs. Ich habe ehrlich Angst vor den weiteren Umbauarbeiten, da ich aus Zeitmangel heute mit anpacken muss. Wie das funktionieren soll, wenn ich mich allein beim Zusehen schon andauernd hinsetzen muss, weiß ich nicht. Einfach richtig peinlich.

Außerdem. Ich werde nicht nur, nicht mehr vertrauen. Ich werde auch Niemandem mehr etwas anvertrauen. Außer den tierischen Erdenbewohnern, meiner Lieblingstante und meiner liebsten L. 
Unabhängig davon. Langsam halte ich den Schneidedruck nicht mehr aus. 

Je länger man wartet, desto schwerer wird es mit dem Versuch, zu leben. Je schwerer es wird, mit dem Versuch zu leben, desto länger wartet man. Ich zumindest.

Viele suchen den Weg aus der Essstörung aufgrund der Angst, einmal keine Kinder mehr bekommen zu können. Es gab Zeiten der Vergangenheit, in denen ich bewusst den Weg in das Untergewicht aus der Angst heraus suchte, (ungewollt) schwanger zu werden.
Unabhängig davon. Ich hasse Kinder. Schon mein mein ganzes Leben lang. Nein, ich würde einem Kind niemals etwas antun, es ist schließlich auch ein Lebewesen, aber hassen darf ich sie doch zumindest.Und es würde mich wahnsinnig interessieren, woher dieser Hass, der schon in eigener, frühester Kindheit vorhanden war, stammt.

Mein Vater hat eine neue Nummer 1. Nein, eine neue Nummer 1a. Ich hoffe/denke/wünsch(t)e, ich bin weiterhin seine Nummer 1. Allerdings macht es Vieles leichter. Ein wenig mehr Freiraum. Vielleicht macht es auch den Abschied leichter, sollte er irgendwann eintreten. Der zweigleisige Abschied, für den ich mich irgendwann einmal entscheiden sollte. Richtung Leben - Richtung Tod. Hauptsache irgendwann einmal eine klare Entscheidung.


Mittwoch, 29. August 2012

Selbstmitleid. Hass. Selbsthass.


06:00

Scheiße, ich will leben! Ich will mich akzeptieren, annehmen. Herausfinden, was wir sind. Wer wir sind. Warum. Leben. Vergeben, verzeihen, niemals vergessen, aber annehmen und mir im gemeinsamen Selbst verzeihen.

Anfangen. Heute?

 

Dienstag, 28. August 2012

Aufgrund diverser Ereignisse der Vergangenheit, ekel ich mich davor, wenn man(n) mich berührt. Dennoch zerfrisst mich derzeit die Sehnsucht nach einem Begleiter, der mich nicht körperlich berührt.

Das Thema dieses Blogs fehlt. Ich lebe nicht mehr in der altbekannten Hölle, verfasse deshalb keine/kaum altbekannte, blutrünstige, wahnsinnige Beiträge. Ich schlitze mich nicht mehr tagtäglich auf, versaue keine Teppichböden mehr mit Blut und unverdauten Nahrungsmitteln, betrinke mich sogut wie gar nicht mehr. Ich befinde mich weit weg, aber nicht mehr in solch extremer Dissoziation, die es damals brauchte. Ich bin nicht mehr hochgradig suizidal, nur noch ein wenig. Lasse manchmal sogar Lebensgedanken zu. Alle bestehen sie, die Verhaltensstörungen, aber in wesentlich gedämpfterem Maß, da derzeitige nicht extreme Lebensumstände das frühere, extreme Verhalten nicht erfordern. Selbstzerstörung läuft, aber heimlich und still. Und im Kopf schreit es.

Ich blicke in den verwilderten, wunderschönen Garten. Die Strahlen der aufgehenden Sonne glitzern in den Tautropfen der Grashalme. - Meine Beine berühren sich nicht - Die Strahlen der aufgehenden Sonne ziehen sich langsam zurück, es glitzert nicht mehr. - Meine Beine berühren sich nicht, an keiner Stelle - Ein dunkler Schatten zieht sich über die verwilderte Wiese, nur die Baumspitzen und das Grab meiner geliebten Lilly leuchten. Ich verschrenke die Arme vor meinem Brustkorb - Ich spüre jeden Knochen meines Brustkorbs - Die Sonne ist verschwunden.


05:39

Ich bin ein wenig zu selbstmitleidig, verwöhnt und egozentrisch.

Manchmal, da wünschte ich, ich wäre ein Fashionbloggermädchen und meine größten Alltagsprobleme lägen darin, ob meine H&M-Bestellung bis zur Feier am Wochenende eintrudeln wird und ob meine selbstgebackenen Zitronenmuffins denn auch schön fluffig werden.

Montag, 27. August 2012

Wollte ich nicht anfangen zu leben? Morgen ist auch noch ein Tag. Vielleicht.

Etwas, was mich glücklich stimmt. Eines meiner Meerschweinchen, das kleinste und schüchternste Tier von allen, wird nach fast einem halben Jahr intensiver Bemühung immer zahmer, fröhlicher und zutraulicher. Und das widerrum stimmt auch mich richtig glücklich. Es ist das Böckchen meiner Runde, zu niedlich. Er erzählt jetzt immer durchgehend und fröhlich vor sich her quiekend, wenn er außerhalb der Häuschen im Gehege umherläuft und sich auch mal auf das Podest traut. Dann ist er wahnsinnig stolz auf sich. Und ich ebenfalls auf ihn. Zum Vergleich. Ein Anderes meiner Meerschweinchen, mein kleiner Wildfang, springt seit Beginn einfach so auf das Podest und benutzt noch nicht einmal die Rampe nach oben.
Und es sage noch einmal jemand, Tiere hätten keine Seele.

Übergeben habe ich mich weiterhin nicht. Es entwickelt sich in eine andere, bessere Richtung. Vor vielen Jahren war ich schon einmal Vegetarier und bin es seit fast eineinhalb Jahren wieder (aus ethischer Überzeugung und nicht aus Essstörungsgründen). Nun wage ich weitere Schritte in Richtung veganer Lebensführung (aus ehtischer Überzeugung und nicht aus Essstörungs- oder derzeitigen Trendgründen). Es ist seltsam. Die vegangen und sonstigen Milchprodukte aus biologischer Erzeugung reizen mich in keinster Weise zum Fressen. Sie sind mir zu wertvoll. Unvegane oder nicht biologische Produkte kann ich nicht mehr kaufen, da sich bestimmte Bilder der Tierquälerei in mein Gehirn eingebrannt haben. Es ist Realität.

Geschnitten habe ich mich weiterhin nicht. Es entwickelt sich in eine andere Richtung. 

Außerdem. Gewicht sinkt. Körper streikt.


Sonntag, 26. August 2012

Erkenntnisse. Ich habe mir eine Mahlzeit warm gemacht. Über drei Stunden daran gegessen. Sie wurde natürlich wieder kalt (ich ebenfalls). Nächstes Mal spare ich Strom.

Gestern wurde die Wand in mein neues Schlafzimmer durchgebrochen. Meine Wohnung versinkt für meine Verhältnisse im Chaos, meine Ordnung und Struktur wird jeden Tag aufs Neue zerstört. Ich drehe durch, dabei sollte ich mich freuen. Ich sollte soviel. Eigentlich.


05:43

Erkenntnisse. Vielleicht war es wirklich keine Absicht eurerseits. Vielleicht war ich wirklich einfach nur zu komplex und sensibel für euch und eure Leben. Vielleicht konntet ihr wirklich in dieser Scheinwelt leben, weil es euch teilweise gar nicht möglich war, dahinter zu sehen.

Auch hier sollte ich. Eigentlich. Die Fähigkeit nutzen, hinter Scheinwelten blicken zu können. Schwer, wenn dafür der Zukunftsblick umso getrüber ist.

Samstag, 25. August 2012

Wie soll man wissen, wohin - Leben, Sterben, Leben, Flüchten, Freud` und Leid und Leid und Leid und Freud` und Leid. Wärmende Sonnenstrahlen, die die Haut verbrennen. Verbrannte Haut, die irgendwann heilen wird. Man irrt umher, nicht mehr so getrieben, wie es einst der Fall war. Doch man findet nicht heraus, es war schon früher da. Eher, als man es dachte, erhoffte und glaubte. Schuld - schuldunfähig, schuldig? Fremder Lebensmörder, Bestrafung in der Selbstbestrafung? 

T. ist wieder da. Gefunden. Von mir, von ihm? Von Beiden (niemals uns)? Gut? Schlecht? 

Und es laufen Filme im Gehirn. Tiere, Menschen, Filme, Worte, Stimmen, Gedankenchaos. Wir haben nur dieses eine Gehirn und es ist definitiv zu klein für alle Tiere, Menschen, Filme, Worte, Stimmen und Gedanken.

Menschenliebe ist käuflich. Tierliebe unbezahlbar. 


6:50

Traumdeutung - Warntraum vor dem Verlust der Lebenskräfte, hinterlistigen Freunden/Feinden und einem Seelenschmerz, dem keine Beachtung geschenkt wird.

Passt.

Freitag, 24. August 2012

Wenn dich am Leben hält, was dich zerstört - was machst Du dann? (nicht nur störungsbetreffend)

Meine liebste L., was ist es bloß, das dich so zerstört/ das dich dein Selbst so zerstören lässt? Meine liebste L., Du bist zu wundervoll/wertvoll/liebevoll für diese Leere.

Es fühlt sich wunderbar an (Ironie), wenn Menschen, die von beruflichen Wegen her dafür da sind, sich dein Leidklagen anzuhören, die Rollen kehren und nur noch von sich selbst sprechen. 

Es gab mir zu denken, als ich gestern einen wilden Mischling (knappe 30kg) an der Leine führte und kaum Kraft hatte, ihn zu halten, während er durchdrehte, als ihm ein anderer Rüde begegnete. Früher hielt ich Hunde mit 70kg problemlos unter Kontrolle. Früher wog ich selbst auch 70kg.

Zur Erklärung, mein eigener Hund, deutlich schwerer als 30kg, läuft immer ohne Leine. Er hört aufs Wort und ist verträglich mit jeglicher Tierart. Selbst, wenn er zwangsweise an der Leine geführt werden muss, zieht er nie und läuft problemlos bei Fuß. Ein leichter Stolz, denn ich habe ihn selbst sogut `trainiert`. Und auch, als der gestrige, fremde Hund eine Weile mit mir lief, wurde es gegen Ende (abgesehen von der körperlichen Verfassung) ein richtig schöner, entspannter Spaziergang.

Wenn Du zerstörst, was dich am Leben hält - wann änderst Du etwas daran? (nicht störungsbetreffend)

Donnerstag, 23. August 2012

Manchmal, da ist der Geist soweit. Aber der Körper nicht (mehr). 


3:40

Gestern Abend träumte ich etwas Schlimmes. Für manch` Einen nichts, für mich etwas sehr Schlimmes.
Ein großer Saal, mein Exfreund fährt im Aufzug hinauf. Ich habe in der Realität und im Traum panische Angst vor Aufzügen, weshalb ich in der Realität und im Traum meist die Treppen benutze.
Es war eine Wendeltreppe. Mein Hund rannte vor mir die Treppen hinauf, ich hinterher. Es wackelte alles, meine Höhenangst kam hinzu. Mein Hund rannte weiter hinauf, ich stieg hinab. 
Als ich wieder auf festem Boden stand, verwandelte sich die Treppe in Bandnudeln, die sich immer weiter entzwirbelten. Meinem Hund rief ich panisch zu, er solle oben warten, während ich mit den langen Nudelfäden hantierte. Es half nichts. Mein Hund fiel aus mehreren Metern Höhe direkt vor meine Füße auf den Steinboden.
Ich sah alles. Real. Wie sein Schädelknochen zersprang. Gehirn und Innereien hinausquollen. Es war nicht blutig, es war grausam.
Ich machte und mache mir schreckliche Vorwürfe, ihn allein gelassen zu haben.

Mittwoch, 22. August 2012

Manchmal, da fängt man (vielleicht zum ersten Mal) einfach an zu leben.


Montag, 20. August 2012

Ich träumte gestern. Zwar nicht Nachts, sondern Tags, aber immerhin träumte ich.

Wir schrien uns an, wir stritten. Am Ende schriest nur noch du, ihr, ich, wir? So laut, so real. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob es nur ein Traum war. Ich dissoziierte komplett, so wie noch niemals zuvor in einem Traum. Erlebte bewusst Persönlichkeitswechsel. Am Ende lag ich bewegungs- und regungslos auf meinem Bett und klagte meiner Betreuerin mein Leiden. Sie wartete auf den Krankenwagen. Die Nage.getiergruppe auf den Tod.

Als ich erwachte, verstand ich nicht, daß meine Betreuerin nicht bei mir war. Als ich aufstehen und zur Toilette gehen wollte, klappte ich (ein wenig) zusammen, da ich (anfangs) nicht mehr laufen konnte.

Du zeigtest dein wahres Gesicht, welches ich dir vielleicht/vermutlich nur unterstelle. Es war so real und zu gewissen Teilen weiß ich von der Realität der Traumgeschehnisse. Irgendwann zerfraß eine Krankheit meine Wohnung. Später zerfraß sie das Nage.getier selbst.

Als ich erwachte, verstand ich nicht, weshalb meine Wohnung nicht zerfressen war. Ich blieb liegen und starrte an die heile Decke.



Ich verletze mich noch immer nicht. Ich fresse nicht, ich kotze nicht. Ich esse regelmässig/ausreichend, treibe zuviel Sport, schlafe viel zu wenig. Werde fett, obwohl ich nicht an Fett zunehme. Fühle mich verdammt nochmal richtig einsam, alleine und verlassen. Zuviel Erinnerung, die dort nicht hingehört. 



Anorexie macht hässlich. Nicht nur körperlich.



Das dicke Röschen war zu Besuch. Mein dickes Röschen. Mein wundervolles, dickes Röschen. Keine Gefühle, falsche Gedanken. Und erst, als du wieder gingst, kamen die Tränen. 

von links nach rechts: Tutzi (gestorben im Sommer 2011), das dicke Röschen, Gina (gestorben im Sommer 2011) - meine wundervolle GürkchenGang - niemals vergessen, für immer im Nage.getierherzen

Freitag, 17. August 2012

Irgendetwas läuft seit den letzten beiden Tagen gewaltig schief.

Es begann damit, daß ich mein Geld, welches für den restlichen Monat eingeplant war, gutmütig an einen Bekannten verlieh`, der es dringend brauchte (ich brauchte es eigentlich auch?). Eine Stunde später verabschiedete sich mein Fernsehgerät. Da das Nage.getier (leider) fernsehsüchtig ist, musste ein neues Gerät her. Gestern dann fuhr ich gedankenverloren an einem mir seit Jahren bekannten Blitzer vorbei und wurde prompt geblitzt. Führerschein dürfte allerdings (zum Glück) nicht weg sein. Nachmittags ging dann mein Staubsauger fast in Flammen auf und versaute mir erstmal gründlich das Parkett im Flur. Und eben schnitt ich mir (wirklich nicht beabsichtigt) mit einem Brotmesser, mit dem ich ein Leckerchen für meine geliebten Meerschweinchen zubereiten wollte, die halbe Fingerkuppe ab, woraufhin sich widerrum mein Kreislauf verabschiedete. Diesen kann ich mir (leider/zum Glück) jedoch nicht einfach nachkaufen.

Ergebnis der letzten beiden Tage: Ich verlor mein Geld, mein Fernsehgerät, meinen Staubsauger, fast meinen Führerschein, ein kleines Stück meines Körpers. Aber ich gewann eine liebenswerte Nachricht von meiner geliebten L. und die Erkenntnis, daß man auch solche Tage ohne (absichtliche) Selbstschädigung in Form von Schneiden, Hungern, Fressen, Übergeben überstehen kann.

Ein positives Fazit. Seltsam selten.


Dienstag, 14. August 2012

Derzeit nichts. Ich verliere zur Zeit wieder zuviel Zeit. 

Für meine Verhältnisse sehr lange nicht mehr geschnitten. Dafür jucken die Narben derzeit wieder ordentlich. Ganz so, als wollten sie darauf aufmerksam machen, daß ihnen frische Gesellschaft fehlt. 

Wichtig, heute wären es sieben Jahre gewesen. Hättest Du vor Beginn diesen Jahres nicht beschlossen, das (die) Nage.getier (gruppe) zu verlassen. 
Soviel Zeit ist vergangen. Und auch, wenn es immer noch böse schmerzt - ich will es nicht wahrhaben - es geht mir wieder besser. Mit der ursprünglichen Freundschaft und ohne die Liebesbeziehung.

Soviel nichts war es doch nicht.

 

Sonntag, 12. August 2012

Gehe den Weg in die Essstörung (egal in welche Richtung) und Du hast deine Dauerkarte für die Hölle gelöst. Rückgabe oder Umtausch ausgeschlossen.



Samstag, 11. August 2012

Mir bekommt die Sonne nicht. Ich habe seltsame, lebensbejahende Gedanken in meinem Kopf. Sehr weit weg, aber dennoch da. Seltsam (schön?).

 

Freitag, 10. August 2012

Das Gute an einer durchkotztenübergebenen Nacht ohne Schlaf ist, daß man am nächsten Morgen telefonisch alle Termine absagen kann, da man sich wirklich krank anhört.
Eigentlich wollte ich auf den Anrufbeantworter sprechen, doch die Praxis ist tatsächlich schon zwei Stunden vor den eigentlichen Öffnungszeiten besetzt. Zwangsläufig musste ich deshalb telefonieren und bin entgegen aller Erwartungen dabei nicht gestorben.

Ich laufe. Schon wieder. Immer noch. Und mein Kopf macht mir gerade ganz böse Schmerzen. 

Mein Blog. Ich darf mich hier in mein Selbstmitleid verkriechen. 

Erinnerungen. Nicht gut. Außerdem Feststellung: Ich werde niemals zufrieden sein. Denn egal, in welche Richtung es läuft, ich möchte immer gegenteilig laufen. Habe ich die gegenüberliegende Seite erreicht, wünsche ich mich sehnlichst auf die andere Seite zurück. Ist diese erreicht, geht das ganze Spiel von vorne los. Von meinen derzeitigen Lebensumständen her, ging es mir lange (niemals?) sogut wie jetzt, doch ich kann es weder annehmen, noch sehen.

`Dazu müssen sie aber einfach einmal loslassen, Frau Nage.getier`. Wer lässt schon gerne los, wenn er sooft los(ver)gelassen wurde und in seinen Störungen das Rettungsboot findet, daß ihn über Wasser hält? Was, wenn das Rettungsboot ein Leck hat, das man nicht bemerkt? Was, wenn man Angst hat (real) vor den schwarzen Tiefen des Meeres unter einem? Was, wenn man weiß, daß sich am Grund eine wundervolle Tier- und Pflanzenwelt befindet, aber man Angst (real) vor dem Tauchen hat? 
Man schwimmt irgendwann an der Oberfläche (lebendig - tot). Doch auch als gesunkene Wasserleiche wird man die Schönheit dieser fremden Welten nicht mehr sehen können.


Mittwoch, 8. August 2012

Am Wochenende wird der Nage.getierkäfig erweitert. Dann gibt es endlich ein abgetrenntes Schlafzimmer mit wunderschönen, antiken Möbeln. Für die Wände werde ich teilweise ein dunkles Rot verwenden, der Boden wird in eher dunkler Holzoptik gehalten. An die Decke kommt ein Rosenkronleuchter. Eventuell wird später ein antiker Schreibtisch folgen, aber das hat noch Zeit. Und es sind alle glücklich. Der Wohnraum und Flur tendieren in die moderne, für meine Verhältnisse bunte Richtung, das Schlafzimmer im alten Stil. 
Aber das Wichtigste, im Schlafzimmer wird ein Hundesofa stehen. Nicht irgendein Hundesofa. Das Hundesofa. Das Hundesofa meines geliebten Hundes, der somit auch bei mir einziehen wird. Rechtlich gesehen ist es der Hund meines Exfreundes, seelisch mein Hund, da er auf mich als Bezugsperson geprägt ist. Und ich auf ihn.

Wieder abgenommen. Gut. Gut?



So ähnlich sieht er aus. Etwas kleiner (Mischling) und rotbraun-getigert.
 

Dienstag, 7. August 2012

Wir wissen nicht, in welche Richtung und wohin. Tausend Wege stehen offen, doch es fehlt (noch?) die Kraft und der Mut zum Versuch eines Ausbruchs. Und sollte dieser dann geschafft sein, welchen Weg soll man gehen, wenn jeder eine andere, teils so gegensätzliche Richtung einschlagen will? Ich habe (noch?) keine Kontrolle, obwohl ich alles in meinem äußeren Leben kontrolliere/manipuliere.

Für meine Verhältnisse habe ich mich lange nicht geschnitten. Es wird Zeit, aber es ist blockiert.

Für meine Verhältnisse habe ich mich lange nicht mehr übergeben. Es hat noch Zeit. Lange Zeit. Ewigkeite Zeiten.

Für meine Verhältnisse habe ich schon wieder zuviel zugenommen. Es eilt, mehr als dringend. Die Abnahme. Aber sie ist blockiert.

Und ich laufe immer noch. Weg. Vor meiner Selbst, vor dem Leben, vor der Welt. Vor den Kalorien, vor der Erinnerung, vor meinem Innen. 

Er spielt ein Spiel. Oder auch nicht. Vermutlich werde ich ihm aufgrund der vergangenen Ereignisse niemals mehr vertrauen können. Vermutlich unterstelle ich ihm, daß er spielt. Aber solange auch ich eifrig (mit)spiele, sollte ich ohnehin nicht klagen. Höchstens über mein misstrauendes, verlogenes, kontrolliert manipulierendes Selbst. 




Sonntag, 5. August 2012

Meinen Vater, den mag ich richtig gern. Schon immer. Wir hatten niemals Streit. Und wir haben von Kindesbeinen an bis Heute noch nie über meine Empfindungen, Erlebnisse, Ängste und Gedanken gesprochen.

Meine Mutter, die mochte ich manchmal richtig gern. Als Kind schon eher, später gar nicht mehr. Mittlerweile geht es (?). Wir hatten oft Streit. Und wir haben von Kindesbeinen an bis Heute noch nie über meine Empfindungen, Erlebnisse, Ängste und Gedanken gesprochen.

`Meinen Vater mag ich richtig gern, aber wirklich mit ihm reden, was in mir vorgeht, über die schlimmen Geschehnisse/Empfindungen der Kindheit,Vergangenheit und Gegenwart? Das konnte ich noch nie, er hört nicht zu und versteht es nicht. Ja und meiner Mutter, der konnte ich mich ohnehin noch nie anvertrauen.`

Und auf einmal wundert es nicht mehr, daß ich als Kind zusammen mit meinen Stofftieren sprach und wir ein gemeinsames Tagebuch führten. Ich mit ihnen (und irgendwann mit meiner selbst Briefe schrieb), da sie für mich reale Wesen mit realen Gefühlen waren. Es wundert (teilweise) nicht mehr der Ursprung der Anderen unserer Nage.getiergruppe. Und auf einmal wundert es nicht mehr, warum ich bis Heute nicht über mein Innerstes sprechen kann. Und es wundert auch nicht mehr, warum als Kind die Verhaltensauffälligkeiten eher im Geheimen geschahen oder schlicht und ergreifend ignoriert/übersehen wurden. Die perfekte Fassade hätte Risse bekommen können (die vielleicht zu kitten gewesen wären - aber als nach Jahrzehnten alles urplötzlich einbrach, da sich im Geheimen die Bausubstanz Jahr zu Jahr verschlechterte, war nichts mehr zu machen). Das Käfigschloss ist verrostet und wird sich vermutlich niemals wieder öffnen lassen.


Freitag, 3. August 2012

Du kannst in einem goldenen Käfig leben. Doch wenn dir der Schlüssel zum Schloß fehlt und Du niemals in Freiheit fliegen kannst, werden deine Flügel verkümmern. Und irgendwann Du selbst.

Wir leben derzeit nur noch in einem silbernen Käfig. Nicht, daß ich den Schlüssel gefunden hätte. Nein, eher wurde unpfleglich mit dem goldenen Käfig umgegangen. Nun ist er zum Teil beschädigt und der Lack ist sprichwörtlich ab.

Wenn man von Kindesbeinen an in Lebenslügen aufwächst und sie für die Wahrheiten des Lebens hält, wie soll man später von allein erkennen, daß man weiterhin in Lebenslügen lebt und diese immer noch für die Wahrheiten des Lebens hält?

Derzeit wird pfleglich mit der Selbstschädigung umgegangen. Lebenslüge oder Lebenswahrheit?

Und dir, meine liebste L., sei gesagt, auch wenn Du diese Zeilen vermutlich niemals lesen wirst: Du bist etwas ganz Besonderes (auch für mich). Pass` bitte gut auf dich auf, Du bist zu wertvoll für diese Krankheit (und für mich?)! 



Mittwoch, 1. August 2012

Die Nage.getiergruppe dankt für die Kommentare!

Derzeit nichts. Wir haben auf unbestimmte Zeit Freilauf.