Ich schaffe es mittlerweile, drei geregelte Mahlzeiten (fast) ohne Fress-Kotz-Schneidedruck zu essen. Zuviel Sport, Kalorienzählen, alles noch da. Aber dafür, daß ich seit über sechs Jahren bewusst (davor etliche Jahre unbewusst) keinem geregelten Essrhythmus mehr nachgegangen bin, ist das doch zumindest hinsichtlich des Essverhaltens gut, oder?
Ganz hinten im Kopf, hinter `du musst mehr schaffen, warum isst du nicht einfach ohne Kalorien zu zählen, warum hörst du nicht einfach auf mit dem ganzen Sport, du hast sogut wie nichts geschafft, du wirst fett, du bist zu dünn, ich hasse dich, ich hasse, hasse, hasse dich`, ganz weit dahinter verbirgt sich ein wenig Stolz auf bisher Erreichtes (zumindest hinsichtlich des Essverhaltens).
Ich schneide weiterhin. Verfiel in den letzten Tagen und Wochen dem Kauf, gab (viel) zuviel Geld aus, schlafe maximal fünf Stunden am Tag, um genügend Zeit für Sport, Essen (ich esse an einer Mahlzeit bis zu drei Stunden), Tiere und Eigenarten zwanghaften Verhaltens zu haben. Gedanken und Gefühle sind weiterhin verhaltensgestört. Dennoch, drei Mahlzeiten täglich, gut. Irgendwo muss man anfangen, wenn man irgendwann (vielleicht) doch noch einmal leben möchte.

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