Samstag, 1. Dezember 2012

Manchmal bezweifle ich, das Kind meiner Eltern zu sein. 
Gestern führte ich ein Gespräch mit meiner Mutter. Wir, nein, ich wagte mich zum ersten Mal an ernstere Themen. Meine Mutter, ich mag gerade nicht schlecht über sie reden, sie ist nunmal so in vielerlei Hinsicht. Ich bin auch nunmal so, anders. Jedenfalls, wie sage ich es nun, ohne beleidigend zu wirken, sie ist simpel. Einfach. Nicht direkt unintelligent, aber ich befinde mich, ohne arrogant zu wirken, mit meiner Gedanken-,Gefühls- und Handlungswelt auf einer ganz anderen Ebene. 
Und genau diese Tatsache machte mir erneut bewusst, daß Vieles, was in der Vergangenheit geschah, vielleicht doch nicht (nur) böse Absicht, sondern einfach Unwissenheit war. 

Und mein Vater. Er kennt im Moment nur noch sich, sein Selbst und seine Welt. Dennoch habe ich ihn so unsagbar lieb und verbiege in jeglicher psychischer (nicht körperlicher!) Hinsicht, nur um ihm zu gefallen. Einen kleinen Platz in seiner Welt ergattern. Nur meinen Opa, den habe ich genauso lieb. Vielleicht noch ein wenig mehr. Mein geliebter Opa, der mir vor kurzer Zeit freudestrahlend erzählte, er hätte von mir geträumt. Fünf Minuten später erzählte er mir erneut freudestrahlend, er hätte von mir geträumt. Fünf Minuten später erzählte er mir erneut freudestrahlend, er hätte von mir geträumt. Und widerrum vier Minuten später wartete ich freudestrahlend auf seine erneuten Worte.

- Du bist nicht weg. Du wechselst nur die Räume. Und wanderst weiterhin durch unsere Träume. -

Mein Leben war einfach auch schon mal spannender. Nicht, daß ich mir unbedingt alte Höllen zurück wünsche. Oder alte Höllen, getarnt als wunderschöne, alte Höllen mit wild loderndem Feuer. Ja, das ist es, was mir fehlt. Die wilden, lodernden, leuchtenden Flammen des alten Höllenfeuers. In mir brennt derzeit nur ein kleines Streichholz. Nicht mehr lange, dann ist es abgebrannt. Verbrannt. Verstorben. Tod. Hölle?

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